Zwei Großeinsätze haben das Feuerwehrleben der Löschgruppe Schallern in den letzten Jahren besonders geprägt:
Zum Einen der Hubschrauberabsturz 1987 und zum Anderen der Großbrand auf dem Hof Jöring 1989
Eigentlich wird er von allen Feuerwehren im Bundesgebiet zu irgendeinem Übungstermin als Planspiel simuliert. Die rede ist von einem spektakulären Hubschrauberabsturz, wie er sich am Mittwoch den 18 März 1987 um 16.15 tatsächlich ereignete.
Unfallhergang
Ein britischer vom Typ „Lynx" war von dem Flughafen Lohner Klei zu einem Übungsflug gestartet. Nach angaben von Augenzeugen muss der Pilot über der 300 Einwohner zählenden Ortschaft Schallern die Kontrolle über den Hubschrauber verloren haben. Die Maschine begann stark zu trudeln und verlor rasch an Höhe. Sekunden später prallte sie am Boden auf und explodierte sofort.
Bilanz:
2 Tote
3 Verletzte
1 Garage erheblich beschädigt
2 weitere Gebäude und die näher Umgebung wurden durch die Trümmer beschädigt
Alarmierung und Einsatz der Rettungsdienste: Die Sirene im Ort wurde durch einen Augenzeugen unmittelbar nach dem Absturz manuell ausgelöst. Da einige Feuerwehrkameraden den Absturz gesehen hatten, befanden sie sich schon auf dem Weg zum Gerätehaus. Das TSF rückte mit 3 Mann zur Absturzstelle aus. Noch während der Anfahrt zur Einsatzstelle wurde Verstärkung angefordert. Um 16.15 Uhr gingen über Notruf 112 und über Polizeidirektleitung bei der Kreisleitstelle mehrere Anrufe ein: „Hubschrauber - o. Flugzeugabsturz"; „Explosion"; „Hubschrauber durch Dächer" etc. Gemäß Alarm- und Ausrückeordnung alarmierte die Kreisleitstelle in Soest den für diesen Bereich zuständigen 3. Zug der Freiwilligen Feuerwehr Erwitte sowie den 1. Zug.
Am Einsatzort erwies sich folgende Lage: Der Hubschrauber hatte beim Aufprall eine Garage zerstört und brannte in voller Ausdehnung. Die Wärmestrahlung gefährdet den noch nicht zerstörten Teil der Garage sowie ein Wohnhaus. Zwei verletzte Soldaten irrten unter Schock umher, ein Dritter lag mit schweren Verletzungen ca. 7 Meter von der Absturzstelle. Zwei Personen wurden vermisst bzw. befanden sich noch im Wrack. Als erste Maßnahme wurde der Schwerverletzte in Sicherheit gebracht. In der Zwischenzeit hatten weitere Kameraden eine Wasserversorgung hergerichtet und eine B-Leitung bis zur Einsatzstelle verlegt. Mit zwei C-Rohren wurde versucht, den vorderen Teil des Hubschraubers abzulöschen, um an die zwei vermissten Personen zu gelangen. Mit dem Löschmittel Wasser konnte jedoch keine wirksame Brandbekämpfung durchgeführt werden. Nach geraumer Zeit machten die beiden vorgehenden Trupps die Vermissten Personen ausfindig. Es handelte sich bei diesen um Pilot und Co-Pilot. Eine Rettung der, wie sich später herausstellte, eingeklemmten Piloten war jedoch wegen der starken Brand- und Rauchentwicklung nicht durchführbar. Es kann jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass beide beim Aufprall ums Leben kamen. Um 16.25 Uhr traf ein Fahrzeug der Flughafenfeuerwehr der Britischen Rheinarmee vom Stützpunkt Lohner Klei ein. Von der Mannschaft wurde ein Angriff mit der Schnellangriffseinrichtung vorgenommen. Bei der Schaumerzeugung traten jedoch erhebliche Probleme auf, somit ging wertvolle Zeit verloren.
Die Kameraden vom Löschzug Horn, die kurze Zeit später eintrafen, führten einen Schaumangriff von der westlichen Seite durch. Durch den massiven Einsatz von Mittelschaum war ein Löscherfolg bereits nach wenigen Minuten sichtbar.
Parallel zur Brandbekämpfung wurden die umstehenden Häuser auf verletzte Personen, Brandherde, etc. untersucht. Zur gleichen Zeit übernahmen der Notarzt und die Rettungssanitäter die Erstversorgung der Verletzten.
Um ca. 16.30 Uhr traf der Löschzug Erwitte ein. Da sich die Lage zu diesem Zeitpunkt entspannt hatte, war ei Eingreifen dieser Kräfte nicht mehr nötig. Um 17.00 Uhr rückten alle Einsatzkräfte der Feuerwehr bis auf die Löschgruppe Schallern wieder ab. Da es in der nachfolgenden Zeit immer wieder zu Rückzündungen kam blieb ein Schaumrohr in Bereitstellung. Die Brandwache blieb bis zum nächsten Morgen bis ca. 7.00 Uhr. Der Abtransport des ausgebrannten Wracks zog sich noch bis Sonntag, 22. März 1987, hin.
 
Am 22.02.1989 brach in dem Viehhaus des Landwirts R. Jöring ein Feuer aus, das sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Großbrand entwickelte.
Bei dem Viehhaus handelte es sich um ein massives Gebäude aus dem Jahre 1894.
In dem Viehhaus waren Balkenlagen und Kappendecken vorhanden. Im unteren Teil des Gebäudes befanden sich Abferkel-, Vormast-, Mast- und Jungsauenställe, welche zum Zeitpunkt des Brandes voll belegt waren. Der obere Bereich diente als Lagerraum für Stroh. An das Gebäude grenzen nördlich eine Remise und südliche eine Scheune an.
Der Brand wurde ca. 22.45 Uhr entdeckt und bei der Rettungsleitstelle in Soest gemeldet. Gemäß Alarm- und Ausrückeordnung wurden von hieraus die zuständigen Feuerwehreinheiten alarmiert. Als erstes traf die Löschgruppe Schallern am Einsatzort ein und nahm die Brandbekämpfung vor. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits der gesamte Dachstuhl in Flammen. Auf Grund durchgebrannter Balkenlagen fand das Feuer auch im unteren Bereich reichlich Nahrung. An ein Retten des Viehbestandes war aus Sicherheitsgründen für die eingesetzten Kräfte an diesem Zeitpunkt schon nicht mehr zu denken.
Die ersten Löschangriffe der Löschgruppe Schallern konzentrierten sich auf den zur Remise angebauten Teil des Viehhauses. Durch massiven Wassereinsatz konnte hier ein Übergreifen der Flammen verhindert werden. Die im weiteren Verlauf eintreffenden Kräfte aus Horn, Schmerlecke, Böckum-Norddorf und Erwitte nahmen Löschangriffe von nördlicher, südlicher und westlicher Seite vor. Als Wasserentnahmestellen dienten zwei UH 100, ein UH 150, so wie ein offenes Gewässer, welches im westlichen Bereich des Grundstücks verläuft. Im weiteren Einsatzablauf traf die DLK 23/12 der FF Soest ein, und kam auf der Hofseite des Gebäudes zum Einsatz. Bedingt durch starken Westwind, war der ganze Hofraum extrem verqualmt. Besonders in der Anfangsphase behinderte zu dem noch starker Funkenflug die eingesetzten Kräfte.
Nachdem der Brand zum größten Teil unter Kontrolle war, versuchten die Kameraden die Mastschweine, die sich nordöstlichen Teil des Gebäudes befanden, zu retten. Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass der Stall zwar stark verqualmt war, es den Schweinen jedoch relativ gut ging. Da durch den möglichen Einsturz der Kappendecke, sowie des nördlichen Giebels eine erhebliche Gefahr bestand, entschloss man sich, mit dem Abtransport der Mastschweine bis zum anderen Morgen zu warten.
Am darauf folgenden Morgen bot sich den eingesetzten Kräften ein Bild der Zerstörung und Verwüstung. Als großes Handicap an diesem Morgen erwies sich, das der Einsatzleitung durch die Recherchen der Sachverständigen, Kriminalpolizei und Vertreter der Versicherungen die Hände gebunden waren. So durften noch nicht einmal die noch lebenden Schweine, welche sich unter katastrophalen Umständen (Löschwasser, Rauch, Brandschutt) in den Ställen befanden, gerettet oder vom Tierarzt eingeschläfert werden. Nach dem die Ermittlungen liefen, konnte auf drängen des Hofbesitzers als auch der Feuerwehr ein Teil der lebenden Schweine abtransportiert werden. Im weiteren Verlauf musste etliche Schweine von dem örtlichen Tierarzt eingeschläfert und aus dem Stall transportiert werden. Um den Brand vollkommen unter Kontrolle zu bekommen, musste der Strohboden aufgeräumt werden. Nach Absprache der Einsatzleitung mit dem Hofbesitzer wurde ein Abbruchunternehmen mit dieser Arbeit beauftragt. Um ca. 15 Uhr begann ein Bagger mit dem Abräumen des brennenden Strohs unter massivem Wassereinsatz. Aus Sicherheitsgründen wurden im weiteren Verlauf die beiden Giebel eingerissen. Durch den Giebeleinsturz hervorgerufene Schäden an der Remise wurden unverzüglich von Kräften der Löschgruppe Schallern repariert.
Auf Grund starken Westwindes brach am frühen Samstagmorgen erneut Feuer an mehreren Stellen aus. Innerhalb kürzester Zeit nahmen die Kräfte der Löschgruppe Schallern die Brandbekämpfung wieder auf. Unter massivem Wassereinsatz wurde nun der gesamte Strohboden von Hand abgeräumt. Am Nachmittag unterstützten die Kräfte der Löschgruppe Schallern den Hofbesitzer noch bei weiteren Aufräumungsarbeiten. Am Samstag den 25.02.1989 und ca. 16 Uhr endete der Einsatz für die Löschgruppe Schallern. Kleine Glutnester mussten vom Hofbesitzer noch bis Donnerstag den 02.03.1989 abgelöscht werden.
Als Brandursache ermittelte ein Sachverständiger eine Wärmeleuchte, die über einer Abferkelbox im Sauenstall installiert war. Das gesamte Viehhaus wurde durch den Brand derart zerstört das es vollständig abgerissen werden musste. In der Zeit von Donnerstag, den 02.03.1989 bis Mittwoch, den 08.03.1989 wurden die Überreste des Viehhauses abgerissen und abtransportiert.
Beim reinigen des Hofes am Abend des 08.03.1989 erhielt der Hofbesitzer erneut die tatkräftige Unterstützung der Löschgruppe Schallern.
Schlussbemerkung: trotz hervorragender Wasserversorgung konnte ein Totalschaden des Gebäudes nicht verhindert werden. Nur durch das frühzeitige Eintreffen und die optimalen Ortskenntnisse der Löschgruppe Schallern konnte ein Übergreifen der Flammen auf die Scheune verhindert werden. Als äußerst negativ bei diesem Einsatz stellte sich heraus, das die Arbeit der Feuerwehr Tiere zu retten, durch so genannte „Experten" extrem lange hinausgezögert wurde. Dennoch blieb zu sagen, dass der gesamte Brandeinsatz hervorragend geklappt hat. |